Magic Nettle

Es ist schon wieder passiert: ich habe eine Brennnesselpflanze in meinem Zimmergarten! An derselben Stelle, an der ich das letzte Mal im Herbst die Brennnessel gefunden habe.

Ein anderes Pflanzgefäß, eine andere Pflanzengemeinschaft, neue Erde, aber ganz genau dieselbe Stelle im Zimmer. Exakt die gleiche Entfernung zum Fenster. Sie zeigt mir, wo sie wachsen möchte. Das Ganze hat schon etwas magisches.

Es ist manchmal fast so, als wenn die Brennnessel mit mir auf ihre Weise kommunizieren möchte.

Auch in meinem Garten.

Als wir das Haus vor ca.25 Jahren gekauft haben, wuchsen Brennnesseln hauptsächlich unter einer Bergkiefernhecke im Vorgarten. Um die neuen Nachbarn nicht zu ärgern versuchte ich das „Unkraut“ auszumerzen. Die Kiefernhecke vor dem Haus war irgendwann nicht mehr da. Auch die Brennnesseln nicht. Dafür kamen sie von allen anderen Seiten meines Gartens auf mich zu. Fast so, als wenn sie damit sagen wollten: Du willst uns nicht im Vorgarten? Gut, dann wachsen wir eben versteckt, so, dass nur du uns sehen kannst. Wir sind keine Bedrohung, sondern nützlich. Nur du kannst das verstehen. Du kannst mit uns leben. Gib uns eine Chance!

 

Und genau so ist es geschehen🙂

 

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Brenn-Ess-L-Körnchen

Dass die Brennnessel viel zu bieten hat, das wissen inzwischen schon die kleinsten Kindergartenkinder. Zumindest in Hannover!

Morgen beim Honigfest in der Waldimkerei in Reinsdorf, wird hoffentlich auch noch der letzte Unwissende überzeugt. Denn wie könnte etwas was auf einem Honigbrot thront, nicht schmecken?

Die gerösteten Brennnesselsamen bringe ich dafür mit. Die kleinen Kraftbomben enthalten bis zu 30 % fettes Öl (besonders die wertvolle Linolsäure), viel Vitamin E und Carotinoide.

Also bis morgen!

 

Honigfest

am 14. August 2016 von 12 bis 18 Uhr

bei Anna und Max Giehl im alten Forsthaus 21, 31552 Apelern/Reinsdorf

 

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Trampolinmusik und Foodfestival in Rolfshagen

Morgen  geht´s rund, natürlich mit der Brennnessellobby🙂 Hier ist der Orginalankündigungstext vom Meister des Strull und Schluke Projekts Arne Boecker:

Am Samstag bespielt Trampolinmusik von 12 bis 20 Uhr das Freibad Rolfshagen (das hoffentlich zurecht „Sonnental“ heißt) mit seinem Multikulti-Techno. Strull & Schluke hilft bei der Organisation.
Zusätzlich zur Musik wird ein Food Festival gereicht. Hier die Teilnehmer mit ihren Angeboten:

E-Center Obernkirchen: Früchte-Becher
Familie Kirsch: Grill
DLRG-Rolfshagen-Frauen: Kuchen
TusG-Rolfshagen-Frauen: Eis
Birgit Brinkmann: Brennessel-Gerichte
Strull & Schluke: Strull-&-Schluke-Burger
ChariTea/Lemon-Aid: Softdrinks, Cocktails
Kiosk: Getränke, Snacks, Süßes

Na: Appetit bekommen? Hier die gute Nachricht: Was ihr am Samstag an Kalorien draufpackt, könnt ihr sofort wieder runterschwimmen.

 

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Ein Mangoldblatt – 2 Snacks

Mangold ist schon ein geniales Gemüse. Besonders für den kleinen Haushalt mit Gardening Kapazitäten, sollte so ein Pflänzchen nicht fehlen. Schon nach wenigen Wochen ist er erntereif. Wenn man immer nur die äußeren Blätter erntet, wächst die Pflanze unbeirrt weiter und weiter und weiter….

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In meinem Garten, habe ich dieses Jahr ein Vergleichsbeet zum Testbeet am Ackerrand in meiner Blumenwiese angelegt. Alles wächst super trotz üppiger nachbarlicher Pflanzengesellschaft und dem dazugehörigen Konkurrenzdruck. Im Gegensatz dazu mickern die 3 Mangoldpflanzen am Ackerrand vor sich hin. Bei 2 der 3 Pflanzen hat jemand die Herzen herausgeschnitten, so dass sie nicht weiterwachsen können. Tja, traurig, aber das  überlebensnotwendige Wissen wird auch auf dem Lande nicht mehr weitergegeben. Doch auch der dritte im Bunde will nicht so recht. Mangold braucht vermutlich doch etwas mehr Wasser, den ein oder anderen Schluck haben meine Gartenpflanzen natürlich schon bekommen, während das Testbeet am Ackerrand maximal einmal in der Woche gegossen wird.  Oder liegt es an den Pflanzenschutzmitteln die noch im Boden schlummern?

 

Zuhause kann ich dagegen aus dem Vollen schöpfen:

 

Ein einziges Mangoldblatt reicht für mich für eine Mahlzeit. Als Genießerin trenne ich den saftigen, dicken Stiel vom zarten Blatt und verwende sie oft getrennt. Beispielsweise so:

 

Snack Nr. 1

Mangoldblatt in feine Streifen schneiden, Brot mit Remoulade, Blattstreifen und Rostbeefscheiben belegen, mit den restlichen Blattstreifen bedecken und frische Johannisbeeren darüber streuen. Falls vorhanden mit Eisbegonienblüten dekorieren.

 

Snack Nr. 2

Mangoldstiel und das Weiße einer Frühlingszwiebel in Streifen schneiden, eine  Scheibe Schnittkäse in eine antihaftbeschichtete Pfanne geben, das geschnittene Gemüse, wahlweise etwas Kümmel, auf der Käsescheibe verteilen und mit einer Scheibe Brot abdecken. Das Ganze bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten brutzeln lassen. Wenn die Käseseite knusprig ist, wenden, Herd ausstellen und auch die Brotseite noch etwas anknuspern lassen. Fertig!

 

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Die Weibchen bleiben stehn, die Männchen müssen gehen

 

 

Die Brennnesselpflanzen die mit ihrem natürlichen Vorkommen das Testbeet in Deckbergen bevölkerten, habe ich bisher dort wo sie störten einfach weggehackt.

 

Die Idee sie zu ernten kam mir bis jetzt nicht. Das lag einerseits daran, dass der Fokus bisher einfach darauf lag, „Unkraut“ durch Kulturnutzpflanzen zu ersetzten, so wie es sich für eine Kulturfläche gehört, andererseits daran, dass man eigentlich keine Pflanzen vom Ackerrand ernten soll, weil man ja nicht weiß, was der jeweilige Bauer gerade „gutes“ auf seinem Feld versprüht hat.

 

Inzwischen ist mir dieses Stückchen Ackerrand vertraut. Ich habe allen Chemieeinsetzen der Vergangenheit und Gegenwart zum Trotz die ersten Radieschen gegessen, die ersten essbaren Blüten, den ersten Feldsalat … .  Ob ich die Chemikalien nun im Brot zu mir nehme oder direkt vom Feld. Entkommen kann ich ihnen ja sowieso nicht. Die Erde ist rund!

 

Ich habe den Raps auf dem Acker nebenan blühen sehen, ich sah ihn reifen. Nun ist er abgeerntet. Was wird dort jetzt wohl passieren?

 

Neben den Beeten und auf meinem Tomatenbeet stehen Brennnesselpflanzen. Auf dem Tomatenbeet sind die ehemals niedergehackten und liegengelassenen Brennnesseln wieder nachgewachsen und laden nun, zartgrün wie sie sind, zur Ernte ein. Ich beschließe, auch dieses zarte Grün zu ernten und mit nach Hause zu nehmen.

 

Zwischen dem Strommast und dem ersten Gemüsebeet wachsen männliche und weibliche Pflanzen. Die Weibchen haben damit begonnen ihre wertvollen Früchte anzusetzen. Die Männchen haben ihre Pollen abgegeben und stehen jetzt staksig in der Gegend herum.

 

In meinem Garten würde ich jetzt die Männchen abschneiden und unter anderem als Brennnesseljauche ansetzen. Hier am Ackerand kann und will ich keine Gefäße aufstellen. Hier bieten sich zwei  Nutzungsmöglichkeiten an, die Verwendung als Mulchmaterial, die ich bisher angewandt habe, und die Fermentation der Stängel, so wie es im Faserpflanzenanbau praktiziert wird. Für die Fermentation wird der Stängel der Brennnessel unzerkleinert auf dem Feld liegen gelassen. Die Bodenorganismen sorgen für den Rest.

 

Gedacht – getan!

 

Den Männchen geht es jetzt an den Kragen. Mal schaun, ob ich mir bald einen Pullover draus stricken kann🙂

 

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Blütensalat vom Ackerrand

 

 

Zugegeben, viel Feldsalat gibt es noch nicht zu ernten, vom Testbeet am Ackerrand in Deckbergen. Trotzdem, für einen sommerlichen Blütensalat reicht es dann doch😉

 

Konsequent ohne Bewässerung wuchsen auf diesem Teil der diesjährigen Testphase des Projektes „Essbares Land“ immerhin ein paar Radieschen, Buschbohnen und eben Feldsalat. Wer hätte das gedacht?

 

Im Beet daneben können die ersten essbaren Blüten geerntet werden. Dieses Beet wird einmal die Woche bewässert. Deshalb geht es hier etwas üppiger zu. Vor allem freue ich mich über die blauen Borretschblüten, die blassgelben Speisechrysanthemen und die orange-gelb-roten Kapuzinerkresse Blüten.

 

Zuhause gibt es eine kleine Degustation, denn die Speisechrysantheme ist mir geschmacklich noch unbekannt. Mit einem passenden Dressing wird der Salat zur kleinen Geschmackssensation.

 

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Gefüllte Vollkornroggenwaffel mit Brennnesseldressing, Rucola, Parmesan und Taglilie

Es gab wieder etwas zu ernten im Testbeet am Ackerrand in Deckbergen. Der Rucola wächst ganz erstaunlich gut. Witzigerweise wollte mir der Gärtnermeister im Schulgarten Linden zunächst gar keinen Rucolasamen mitgeben, weil er meinte, der würde dort nicht wachsen. Nun ist es das, was am besten wächst🙂

5 Radieschen könnte ich auch mal wieder als kleinen Aufmunterungssnack bei den Pflegearbeiten am Beet in den Mund schieben. Klein, aber oho!

Eine Portion Rucola nahm ich mit nachhause und füllte damit meine selbst gebackenen Experiment- Vollkornroggenwaffeln aus Vollkornroggenmehl, Wasser, Meersalz und eingesalzenen Kräutern (Weinblätter und Schafgabe).

Dazu gesellten sich Brennnesseldressing, kleingeschnittener Rucola, gehobelter Parmesan und Taglilienblüten. Wie der Name schon sagt, blühen Taglilien nur einen Tag lang. Sie öffnen sich morgens und schließen sich abends. Wenn man Sie abends pflückt, tut man der Pflanze außerdem noch etwas Gutes: Es erspart die mühsame Samenbildung und regt gleichzeitig zu mehr Blütenbildung an. Übrigens ist dies nicht nur aus kulinarischer Sicht zu empfehlen (die Blüten schmecken nach einer Mischung aus Kopfsalat und Zuckermais und enthalten viel Vitamin C und Carotin), sondern auch aus ästhetischer Sicht, denn die abgeblühten Schrumpelblüten sind nicht gerade ein optischer Hingucker! Die Taglilienblüte auf dem Foto stammt übrigens von gestern Abend und hat die Nacht im Kühlschrank verbracht. Sieht noch ganz passabel aus oder?

Also unbedingt mal ausprobieren!

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