Rauchende Brennnesselmännchen

Bei meinen Kursen im Schulbiologiezentrum Hannover werde ich immer wieder gefragt, wie man die unterschiedlichen Geschlechter der Brennnesseln unterscheiden kann.

 

Das ist ganz einfach, zumindest in der Blütezeit 😉

Die Brennnesselweibchen, die später die wertvollen Früchte für den Brennnesselkaviar tragen, haben hellgrau gefärbte Blüten. Ihre Früchte sind dunkelgrün und kantig.

Die Brennnesselmännchen haben gelblich-grüne Blüten, mit kleinen runden Kügelchen. Aus diesen Kügelchen entweichen jetzt im Sommer die Pollen. Es sieht dann so aus, als ob über den Pflanzen Rauchwölckchen aufsteigen würden.

Nach der Blüte sind die Männchen nackt und die Weibchen schwer beladen mit Fruchtständen.

Schaut mal genau hin!

Wer sich nicht sicher ist, kommt am Besten am Sonntag, den 13.08.2017 um 10.30 Uhr in das Schulbiologiezentrum Hannover, dort bin ich im Rahmen des Sonntagsvormittagsprogramms mit dabei.

Bis dann …

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Dr feine Blütenstaub der Brennnesselmännchen macht sich auf den Weg zu den Weibchen. An heißen Tagen sieht es aus , als wenn Rauchschwaden aufsteigen.

 

Neues vom Testbeet am Ackerrand

Im Testbeet am Ackerrand in Deckbergen, dass ich letztes Jahr angelegt habe, gibt es 6 überlebende Pflanzenarten:

  • Feldsalat
  • Möhre
  • Ringelblume
  • rote Melde
  • Schnittlauch
  • Gartenkerbel

Der Feldsalat hat schon die erste Miniblüte. Ich bin total gespannt darauf, ob er sich in diesem Jahr aussät und sich auf der Fläche etablieren kann. Ich hab jedenfalls erstmal alles entfernt, was ihn daran hindern könnte. Zwei Möhrenpflanzen haben sich dicht an ihn herangedrängt. Die beiden Arten scheinen sich gut zu vertragen.

Dann kan es ja jetzt weitergehen mit meinem Versuchsfeld.

Drückt mir die Daumen

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Feldsalat mit Möhrenpflanze im Hintergrund

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Schnittlauch von Gartenkerbel umlagert

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Ringelblumen

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rote Melde

Hochprozentiges mit Brennnesseln?

 

Der Ruf nach einem schönen Brennnesselhausschnaps wird bei meinen Gästen immer lauter, also habe ich heute die ersten Versuche mit einer doppelstöckigen neutralen Grundlage gestartet:

Ein Ansatz mit Brennnessel pur

Ein Ansatz mit Chili und Brennnesseln

Und ein Ansatz mit Brennnessel und einem bunten Kräutermix aus meinem Garten

 

Ich selbst habe nur selten das Bedürfnis nach Alkoholkonsum. Ich bin von Natur aus eher der locker-offene Typus Mensch. Mein Körpereigener Stimmungscocktail ist meist als Kontaktstarter angelegt und lässt mich eher positiv und für alles bereit in die Zukunft blicken. Das diplomatische Miteinander in meinem direkten familiären und freundschaftlichen Lebensumfeld hat wahrscheinlich den Kickstarter dazu angelegt.

Danke an alle Beteiligten!

Wenn ich Alkohol trinke, dann entweder weil ich keine Spielverderberin den Anderen gegenüber sein möchte, oder weil ich Lust auf ein bestimmtes Geschmackserlebnis habe. Beispielsweise  einen rauchigen, gut gereiften Single Malt Whisky am ersten ungemütlichen Herbstabend, den Cognac zum Kaffee nach dem Weihnachtsmenü, ein Glas Sekt zum Wochenendwohlfühlfeierbrunch mit Freunden, eine Limettenweinschaumspeise nach dem üppigen Osterbraten …

Nach einem Schnapsmarathon nach dem Motto „Nich lang schnacken, Kopf inn Nacken“ und dem entsprechenden „Schädel“ hab ich eigentlich kein großes Verlangen. Als Autofahrerin mit der weitesten Anreise, bleibe ich davon glücklicherweise auch meist verschont.

Und nun also der erste Versuch eines von mir aufgesetzten Brennnesselschnapses als Hausmarke. Na, ja, vielleicht wird es ja der echte Burner 🙂

Meine Freunde fiebern dem ersten Geschmackstest entgegen.

und auch ich bin megagespannt!IMG_8303

 

Wieviel Brennnessel passt in euer Lieblingsessen?

 

Die Brennnessel hat das Zeug zum Allroundgemüse. Sie enthält alles, was der menschliche Körper braucht und ist in der Vegetationszeit überall verfügbar.

Rein theoretisch könnten wir uns evolutionsbiologisch zum reinen Brennnesselesser entwickeln, etwa so, wie sich die Pandabären zu reinen Bambusessern entwickelten. Aber warum sollten wir? Als Nahrungsspezialisten wären wir wahrscheinlich in nullkommanix genauso vom Aussterben bedroht, wie die Pandas.

Wir Menschen sind so eine erfolgreiche Spezies, weil wir die Vielfalt lieben. Und das soll auch so bleiben!

Je mehr Vielfalt uns umgibt, desto besser.

Bezogen auf unsere Ernährung heißt das, je diverser wir essen, desto wahrscheinlicher nehmen wir alle Nährstoffe auf, die unser Körper braucht. Essbare Wildpflanzen, wie die Brennnessel, werden heute vom Menschen immer mehr verdrängt.

Diese natürlichen Nahrungsressourcen nicht zu nutzen heißt, sie durch unnatürliche Kulturpflanzen zu ersetzen. Vom Menschen abhängige Pflanzen, die nur mit enormem Energieaufwand und Platzbedarf zum Wachsen gebracht werden können.

Ihr habt direkten Einfluss darauf, wie unsere Landschaft aussieht. Vielfältig für Mensch und Natur oder so wie jetzt, leer gefegt von jeglicher Natürlichkeit.

Die Brennnessel kennt jeder. Im Gegensatz zu anderen Wildpflanzen braucht man kein Diplom um sie zu erkennen.

Also los!

Lasst euch von ihrer Geschmacksvielfalt überraschen. Gebt ihr eine Chance in eurem Lieblingsessen. Überzeugt euch selbst wie wandlungsfähig sie ist: frische gehackte Triebe in Ketchup eingerührt schmeckt minzig, in Mayonnaise erinnert sie an Béarnaisesauce. Gekocht wie…?

Pommes rot-weiss mal mit grün? Besser ist das 😉

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Pommes mit Brennnesselketchup, Ketchup pur und Brennnesselmayo

Die Brennnessel lauert überall!

 

 

Ihr habt noch nie Brennnesseln gegessen? Dann schaut in Zukunft mal genauer auf die Zutatenliste eurer Lieblingsgerichte.

Als Kind habe ich besonders die grünen Gummibärchen geliebt. Damals hatten sie noch Waldmeistergeschmack. Die grüne Farbe kam allerdings aus Brennnesselextrakten – damals genauso wie heute!

Die wertvollen Farbstoffe von Grünpflanzen findet ihr auf der Zutatenliste als Chlorophyll/e, E140 oder Chlorophyline (chemisch etwas verändertes Chlorophyll, das sich im Gegensatz zu ursprünglichen Farbstoff nicht mehr in Fett, sondern nur noch in Wasser löst.), vereinzelt findet sich auch der konkrete Hinweis: färbende Extrakte aus Brennnesseln.

Industriell werden sie hauptsächlich aus Luzerne und Nesseln gewonnen. Die größten Vorkommen von Brennnesselfeldern befinden sich heute in der Ukraine.

Verwendung finden Chlorophylle vor allem in Kaugummi, Süßigkeiten, einigen Käsesorten, Gelee, Marmelade, Konfitüre, Gemüsekonserven, mit Wasabi gewürzten oder überzogenen Knabbererzeugnissen (wie Kartoffelchips, Reiscracker oder Erdnüsse) sowie Alkoholfreien Getränken und Likören. Sie werden auch genutzt, um Kosmetika und Arzneimittel zu färben.

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Der grüne Farbstoff in der Pflanze ähnelt im Aufbau unserem roten Blutkörperchen, nur das unser Hämoglobin einen Kern aus Eisen besitzt, während das Chlorophyll der Grünpflanzen ein Magnesiummolekül enthält.

Chlorophyll gilt daher, auch untermauert durch wissenschaftliche Studien, als perfekte Ergänzung des menschlichen Organismus, unter anderem sorgt er für verstärkten Muskelaufbau, bindet Schwermetalle im Körper, hemmt Krebszellen an der Zellteilung und somit am Wachstum und wirkt Demenz und Diabetes entgegen.

Dass der direkte Verzehr von frischen Grünpflanzen dabei auch noch andere wertvolle Inhaltstoffe mitbringt und natürlich auch für bessere Stimmung sorgt, als das trockene Pulver aus der Tüte, wissen Brennnessellobbyisten ja schon lange 😉

Also

Schaut euch mal vor eurer Haustür um. Frische Brennnesseln wachsen bereits und sind kostenlos. Frische Luft inklusive!

Und vergesst bitte nicht das Foto im Kommentar zu  Die Brennnesselwette  🙂

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Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln#F.C3.A4rberpflanze

https://www.lebensmittellexikon.de/c0002070.php

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/chlorophyll-ia.html

 

 

Die Brennnesselwette

 

Wetten dass …

man die Brennnessel als Zutat in jedes Gericht integrieren kann?

 

Blätter, frische Triebe, Früchte oder Samen –egal! Es gibt Millionen von Möglichkeiten die Zutat Brennnessel in Speisen einzubauen. Ob süß, ob würzig, es lohnt sich immer das Multitalent Brennnessel frisch in der Nähe zu haben.

Die Brennnesselsaison beginnt und deshalb ruft die Brennnessellobby zum Mitmachen auf:

Postet hier bitte ab jetzt eure Lieblingsrezepte und Geschmacksexperimente.

Traut euch!

Und natürlich darum, den Lebensmittelproduzenten, klein und groß, Mut zu machen, sich an die weitgehend unentdeckte Brennnessel zu wagen.

Zeigt´s ihnen!

Ab jetzt!

Hier!

Die Wette gilt bis zum Brennnesselsaisonende am 31.11.2017

Also los 🙂

 

DANKE EUCH

Eure Birgit

 

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Saisonal Denken

 

Sicher, heute gibt es schon die Äpfel vom Bauern um die Ecke, die im September erntereif waren, noch im nächsten Sommer zu kaufen. Die landwirtschaftlichen Produkte werden inzwischen optimalst gelagert und technisch manipuliert, so dass sie monatelange Schläfchen halten.

Ob das gesund und sinnvoll ist, werden wir so etwa in 50 Jahren erfahren.  Heute stellen wir einfach nur bei der Lagerung zuhause fest, dass wir ihnen beim rasanten Altern zuschauen können: Kartoffeln keimen schon kurz nach dem Einkauf um die Wette, der knackige Apfel von eben schmeckt in nullkommanix mehligsüß.

Äpfel sind gesund, „An apple a day keeps the doctor away“ , ganz klar, aber muss es wirklich jeden Tag des Jahres ein Apfel sein?

Egal ob sie verlockend leuchtend aus dem dicken Bauch eines Flugzeugs, vom Giganto-Containerschiff oder aus der Verjüngungskammer von nebenan kommen, bei mir trifft der letzte Apfel auf die erste Haselnussblüte des Jahres und dann verabschiede ich mich vom Thema Apfel bis zur nächsten Erntezeit im Spätsommer.

 

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Der letzte Apfel trifft die ersten Haselnussblüten …

 

Nein, keine Angst, so ganz dogmatisch bin ich nun auch nicht. Wenn mir Äpfel im Juni

auf den Teller gelegt werden, esse ich natürlich fröhlich lächelnd auf.

Liebe Leute: es gibt so viel anderes tolles zu entdecken: wenn die Äpfel gehen, gibt es die saftigsten Mangos und Co. Da macht der globale Austausch wieder Sinn! Schaut euch doch mal um, was es jetzt zu entdecken gibt!

Und schaut doch auch mal draußen.

Vielleicht entdeckt ihr dort schon die ersten Brennnesselspitzen des Jahres 2017 😉