Die Brennnessel lauert überall!

 

 

Ihr habt noch nie Brennnesseln gegessen? Dann schaut in Zukunft mal genauer auf die Zutatenliste eurer Lieblingsgerichte.

Als Kind habe ich besonders die grünen Gummibärchen geliebt. Damals hatten sie noch Waldmeistergeschmack. Die grüne Farbe kam allerdings aus Brennnesselextrakten – damals genauso wie heute!

Die wertvollen Farbstoffe von Grünpflanzen findet ihr auf der Zutatenliste als Chlorophyll/e, E140 oder Chlorophyline (chemisch etwas verändertes Chlorophyll, das sich im Gegensatz zu ursprünglichen Farbstoff nicht mehr in Fett, sondern nur noch in Wasser löst.), vereinzelt findet sich auch der konkrete Hinweis: färbende Extrakte aus Brennnesseln.

Industriell werden sie hauptsächlich aus Luzerne und Nesseln gewonnen. Die größten Vorkommen von Brennnesselfeldern befinden sich heute in der Ukraine.

Verwendung finden Chlorophylle vor allem in Kaugummi, Süßigkeiten, einigen Käsesorten, Gelee, Marmelade, Konfitüre, Gemüsekonserven, mit Wasabi gewürzten oder überzogenen Knabbererzeugnissen (wie Kartoffelchips, Reiscracker oder Erdnüsse) sowie Alkoholfreien Getränken und Likören. Sie werden auch genutzt, um Kosmetika und Arzneimittel zu färben.

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Der grüne Farbstoff in der Pflanze ähnelt im Aufbau unserem roten Blutkörperchen, nur das unser Hämoglobin einen Kern aus Eisen besitzt, während das Chlorophyll der Grünpflanzen ein Magnesiummolekül enthält.

Chlorophyll gilt daher, auch untermauert durch wissenschaftliche Studien, als perfekte Ergänzung des menschlichen Organismus, unter anderem sorgt er für verstärkten Muskelaufbau, bindet Schwermetalle im Körper, hemmt Krebszellen an der Zellteilung und somit am Wachstum und wirkt Demenz und Diabetes entgegen.

Dass der direkte Verzehr von frischen Grünpflanzen dabei auch noch andere wertvolle Inhaltstoffe mitbringt und natürlich auch für bessere Stimmung sorgt, als das trockene Pulver aus der Tüte, wissen Brennnessellobbyisten ja schon lange 😉

Also

Schaut euch mal vor eurer Haustür um. Frische Brennnesseln wachsen bereits und sind kostenlos. Frische Luft inklusive!

Und vergesst bitte nicht das Foto im Kommentar zu  Die Brennnesselwette  🙂

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Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln#F.C3.A4rberpflanze

https://www.lebensmittellexikon.de/c0002070.php

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/chlorophyll-ia.html

 

 

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Brennnesselgrün

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Das neue Jahr beginnt bei mir mit einer spontanen Abneigung gegenüber jeglicher Weihnachtsdekoration und -geschmacksrichtung. Die letzten viel zu süßen Lebkuchen wurden noch im alten Jahr in winterliche Pfannkuchen verwandelt und nun erwacht in mir die Frühlingsehnsucht!

Die ersten maigrünen und gelben Farbtupfer erobern nach und nach die Wohnräume und die ersten Haselnussblüten und Winterportulaktriebe aus meinem wilden Garten landen im Essen.

Und war da nicht noch…?

Ja, Jüppi! Im Keller findet sich noch eine Tüte mit Waldmeisterbonbons vom letzten Vorfrühling 🙂

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Diese Bonbons haben in ihrem Leben noch nie ein Waldmeisterblättchen gesehen. Dafür aber Brennnesseln!

Als Farbstofflieferant scheinen die Brennnesseln doch auch für die Industrie interessant zu sein. Gibt es etwa doch auf dieser Welt irgendwo Brennnesselplantagen? Oder stammen die Rohstoffe wie in den meisten Fällen aus den handgepflückten Exemplaren Polens?

Das Internet gibt zur Herkunft auf die Schnelle keine Auskunft. Immerhin ist der Farbstoff aus Brennnesseln besser als der künstlich hergestellte (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/aromen-und-farbstoffen-300-chemikalien-sind-in-der-eu-zugelassen-a-906851.html), aber mal ehrlich: müssen Waldmeisterbonbons unbedingt grün sein? Hauptsache der Geschmack stimmt! Und der wird im Falle des Waldmeisters nun mal nur als Aroma freigegeben und ist somit farbneutral. Das Waldmeisterprodukte grün sein müssen, hat die Lebensmittelindustrie so definiert.

Das Gesunde an Brennnesseln ist aber  die Gesamtheit der 30 000 Inhaltstoffe, von denen die meisten noch gar nicht entdeckt und wissenschaftlich beschrieben sind. Die Zerlegung der Bestandteile in „Gut und Böse“, also in Farbstoff und Abfall, ist also mehr als fragwürdig!!!

Der Bonbonvorrat reicht vermutlich noch ein paar Jahre. Zeit genug, um mir eine selbstgemachte Alternative aus echtem Waldmeister auszudenken.

Und die ist vermutlich nicht grün 🙂