Wieviel Brennnessel passt in euer Lieblingsessen?

 

Die Brennnessel hat das Zeug zum Allroundgemüse. Sie enthält alles, was der menschliche Körper braucht und ist in der Vegetationszeit überall verfügbar.

Rein theoretisch könnten wir uns evolutionsbiologisch zum reinen Brennnesselesser entwickeln, etwa so, wie sich die Pandabären zu reinen Bambusessern entwickelten. Aber warum sollten wir? Als Nahrungsspezialisten wären wir wahrscheinlich in nullkommanix genauso vom Aussterben bedroht, wie die Pandas.

Wir Menschen sind so eine erfolgreiche Spezies, weil wir die Vielfalt lieben. Und das soll auch so bleiben!

Je mehr Vielfalt uns umgibt, desto besser.

Bezogen auf unsere Ernährung heißt das, je diverser wir essen, desto wahrscheinlicher nehmen wir alle Nährstoffe auf, die unser Körper braucht. Essbare Wildpflanzen, wie die Brennnessel, werden heute vom Menschen immer mehr verdrängt.

Diese natürlichen Nahrungsressourcen nicht zu nutzen heißt, sie durch unnatürliche Kulturpflanzen zu ersetzen. Vom Menschen abhängige Pflanzen, die nur mit enormem Energieaufwand und Platzbedarf zum Wachsen gebracht werden können.

Ihr habt direkten Einfluss darauf, wie unsere Landschaft aussieht. Vielfältig für Mensch und Natur oder so wie jetzt, leer gefegt von jeglicher Natürlichkeit.

Die Brennnessel kennt jeder. Im Gegensatz zu anderen Wildpflanzen braucht man kein Diplom um sie zu erkennen.

Also los!

Lasst euch von ihrer Geschmacksvielfalt überraschen. Gebt ihr eine Chance in eurem Lieblingsessen. Überzeugt euch selbst wie wandlungsfähig sie ist: frische gehackte Triebe in Ketchup eingerührt schmeckt minzig, in Mayonnaise erinnert sie an Béarnaisesauce. Gekocht wie…?

Pommes rot-weiss mal mit grün? Besser ist das 😉

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Pommes mit Brennnesselketchup, Ketchup pur und Brennnesselmayo

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